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Neunkirchen

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Von der Fabrikshalle zur ersten Kirche mit Turm

Der Neubeginn evangelischen Lebens im südlichen Niederösterreich war am Ende des 18. Jahrhunderts zu bemerken. Aufgrund eines kaiserlichen Privilegs war es möglich, in der Druckfabrik Fatton & Cie. in den Jahren 1826-34 evangelische Gottesdienste in der Fabrikhalle zu halten. Dort fand auch die erste evangelische Taufe statt- denn - "Gottes Haus ist ... wo man ihn ehret, ... sei es auf dem Feld, ... unter einer grünen Linde oder Weide ... in der Kirche oder auf dem Meer, ... unter einem Strohdach oder in einem Saustall ... besonders in den Versammlungen seiner Gläubigen ... deshalb kann man keine Stätte mit größerem Recht Gotteshaus ... nennen und rühmen ... weder wegen ihrer Größe, der Kostbarkeit, des Raumes oder des Gebäudes, noch wegen des Zulaufs des Volkes, sondern allein, dass man da zum Gebet zusammenkomme, Gott diene und sein Wort höre" (Martin Luther).

Mit dem Protestantenpatent Kaiser Franz Josef I. im Jahre 1861 wurde es möglich Kirchen zu bauen. Bereits 1862/63 wurde die Kirche, geplant 1861 vom Architekten Hans Petschnig, errichtet. Aus dem Geist des Historismus heraus wählte er bewusst den gotischen Stil, welcher der Zeit des Wachsens von bürgerlichem und städtischem Bewusstsein entsprach. In dem gotisierenden Backsteinstil wurden damals auch viele öffentliche Gebäude und Industriegebäude errichtet, ein Versuch das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden. Im Jahre 2014 wurde die Kirche aufwendig restauriert und auch neue Glocken montiert.

Mit dieser architektonischen Durchlässigkeit weist die Kirche auch auf das "Christ- und Kirchsein" in der Welt hin. Kirche ist Kirche für andere oder sie ist nicht Kirche. Nur so kann eine Gemeinde wachsen und lebendig bleiben, die in einer Fabrikhalle gegründet wurde und sich dessen auch bewusst bleibt.